Samstag, 24. März 2012

Unschuldsvermutung vs. Presseberichterstattung

Es ist immer dasselbe und wirklich ermüdend: Die Presse hat ihr Urteil schon gefällt, bevor ein Verfahren wirklich begonnen hat. Der Anklagevorwurf wird so behandelt, als gäbe er die "historische" Wahrheit wieder und es wird kein Zweifel daran gelassen, dass sich das Geschehen so wie angeklagt auch zugetragen hat. Dass die Hauptverhandlung in einem Strafverfahren dazu dient gerade dies zu prüfen und dass bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung gilt, interessiert die schreibende Zunft wenig.
So werde ich den Mandanten in dem gerade begonnenen Verfahren vor dem LG Itzehoe wohl auch gegen die Presse und reißerische Schlagzeilen wie "Orgie der Gewalt" (Norddeutsche Rundschau vom 23.3.2012, hier lesen ) zu verteidigen haben. Gerade in Jugendstrafverfahren wünschte ich mir eine größere Zurückhaltung in der Berichterstattung.

Der 2. Prozeßtag in der Presse, hier lesen.

Der 3. Prozeßtag in der Presse, hier lesen.

Der 4. Prozeßtag in der Presse, hier lesen.

Der 8. Prozeßtag (Urteil) in der Presse,hier lesen.

Kommentare:

  1. ... wurde denn tatsächlich öffentlich verhandelt? Im Zeitungsausschnitt wird wörtlich zitiert, was mich durchaus irritiert.

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    1. Es handelte sich wohl um Heranwachsende - Verfahren ist dann öffentlich (vgl. 109 JGG)

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  2. die presse handelt so genau richtig ! denn in diesem fall ist es wirklich eindeutig ... mir persönlich sind die täter bekannt und es is wirklich ermüdent ... wenn man glaubt das eine unschuldsvermutung noch nahe liegt bei solch jugendlichen , die total bildungsfern sind und denen jegliche soziale kompetenz fehlt...

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  3. warum kommen keine neuen berichte hinzu ???

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