Donnerstag, 5. Januar 2012

U-Haftvermeidung bei jungen Menschen

U-Haftvermeidung  bei  jugendlichen Straftätern nach § 72 JGG

Angeregt durch ein Gespräch mit einem engagierten Itzehoer Staatsanwalt mache ich mir Gedanken um die Vorschrift des § 72 Abs.1 JGG. Danach soll U-Haft bei jungen Menschen möglichst vermieden werden und darf nur verhängt werden, wenn ihr Zweck nicht durch eine vorläufige Anordnung über die Erziehung oder durch andere Maßnahmen erreicht werden kann. Zu diesem Zweck ist gem. § 72a JGG die Jugendgerichtshilfe in Haftsachen heranzuziehen und sie ist unverzüglich von der vorläufigen Festnahme und vor der Vollstreckung  eines Haftbefehls zu unterrichten.
Tatsächlich findet in der hiesigen Praxis z.B. eine Prüfung, ob alternativ die Unterbringung in einem Heim der Jugendhilfe in Betracht kommt, nicht statt. Die Jugendgerichtshilfe wird nicht informiert oder wirkt schlicht nicht mit. Ostendorf bezeichnet die gegenwärtige Praxis gar als gesetzeswidrig. Nachbesserungsbedarf besteht in jedem Fall.
Dankbar wäre ich nun für Erfahrungsberichte anderer Kollegen, damit Alternativen zur U-Haft, die woanders eventuell schon erfolgreich praktiziert werden, hier angesprochen und diskutiert werden können. 
Danke.

Mail to: info@osbahr-muenzel.de

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